Montag, 1. September 2025
Samstag, den 16. August 2025
Als wir am Morgen gerade mit dem Frühstück fertig waren, öffnete sich die Küchentür und es kam ein junger Mann (vielleicht etwas über 20) herein mit einem schweren Rucksack im Schlepptau und fragte, ob er diesen hier zum Trocknen stehen lassen kann. Er erzählte auf Englisch, er habe mit seiner ganzen Sippe (sechs Personen) inklusive Eltern und Opa den letzten Tag und die letzte Nacht bei Regen draußen im Zelt verbracht. Seine Sippe habe das so entschieden. Kurz darauf kam seine Mutter herein und richtete ein paar Worte an ihn. Wir hörten, dass sie deutsch Sprachen. Also, sagte ich zu Ihnen mit uns können Sie deutsch sprechen. Daraufhin setzten sich die beiden zu uns an den Tisch und erzählten uns Ihre Erlebnisse. Sie hatten vor einiger Zeit auch schon einmal mit dem Opa einen Abschnitt des Kungsleden bewandert und hätten auf Erfahrungswerten ihres Opa beruhend, der den Kungsleden vor vielen Jahren schon einmal gewandert war, als man auf den Hütten noch keine Lebensmittel kaufen konnte, jeder einen Rucksack getragen, der über 30 kg wog.
Wir haben von den beiden erfahren, dass auf den folgenden Hütten des Padjelantaleden die Lebensmittel knapp sind, weil es schon spät in der Saison ist und dass man Lebensmittel nur mit Bargeld einkaufen kann. Das bereitete uns erhebliche Sorgen, weil wir nur über wenig Bargeld verfügten. Letztes Jahr auf dem Kungsleden hatten wir viel Bargeld dabei. Dort wollte es aber keiner wirklich haben, weil Kartenzahlung üblich war. Wir entschieden uns unser Problem der Hüttenwartin mitzuteilen. Sie schlug uns vor, wir könnten bei ihr Lebensmittel kaufen und diese mittels einer Banküberweisung bezahlen. Sie würde uns dafür einen Internetzugang zur Verfügung stellen. Nina fragte daraufhin, ob wir nicht mehr überweisen könnten und sie uns das Wechselgeld in bar ausbezahlt. Diese Idee fand die Hüttenwartin gut. Also kauften wir unsere Lebensmittel und ließen uns einen Betrag in bar ausbezahlen. Damit waren wir unsere Geldsorgen los und die Hüttenwartin war froh, nicht mehr so viel Bargeld in der Kasse zu haben.
Vor unserem Aufbruch trafen wir dann vor der Hütte noch den Opa des jungen Mannes (er war 72 Jahre alt), der damit prahlte sein Rucksack habe bei seinem Aufbruch in Kvikkjokk 39 kg gewogen und der Rest seiner Sippe, der in der Hütte sitze, seien Weicheier. Damit war für uns klar, wer die Entscheidungen in der Sippe trifft.
An diesem Tag wanderten wir bei bewölktem Wetter ca. 13 km bergauf und bergab nach Árasluokta. Gelegentlich regnete es auch. Aber das ist hier nicht ungewöhnlich und man gewöhnt sich daran. Dort angekommen kauften wir geräucherten Fisch und frisch gebackenes Brot und schlugen unser Zelt auf. Dann gingen wir mit unseren Einkäufen in die nahe gelegene Hütte, in der zwei polnische Wanderer einquartiert waren. Während wir zu Abend aßen, unterhielten wir uns mit den beiden auf Englisch. Sie erzählten uns, unter anderem von ihren Wanderungen durch den Sarek. Sie waren von Beruf Geographen und hatten ihre Karten mittels Daten aus dem Internet selbst erstellt. Eine davon schenken Sie uns.
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